Der Maestro helme

30th June 2019 - tagged: Helme road
Der Maestro helme

Der Maestro helme

30th June 2019 - tagged: Helme road

Wie ein neuer helm entsteht vom zeichenbrett bis zum finalen produkt

TEXT // JACK THOMPSON | FOTOS // BBB CYCLING

Es gibt Aerohelme und es gibt Leichtbauhelme. Jeder behauptet, „dies zu tun“ und „das zu tun“. ... Selbstverständlich dient ein Fahrradhelm vor allem dem Schutz des Kopfes bei einem Unfall. Helmhersteller wollen dich glauben lassen, dass „ihr neuester“ Helm der Beste ist, sei es wegen des Aero-Vorteils, den er dem Fahrer bietet, oder wegen der Gewichtseinsparung (Leichtbaufanatiker jubeln!)

Der Maestro

Wenn man sich die „Spitzenklasse-Helme“ der bekannten Marken ansieht, sind die Kosten für die Verbraucher oft ein echter Hemmschuh, denn Verkaufspreise von mehr als 250 Euro sind durchaus üblich. ... Doch genau hier wird es interessant. Was wäre, wenn ich dir verraten würde, dass BBB, der Marktführer der niederländischen Fahrradbranche, einen Helm entworfen und hergestellt hat, der über die neueste Technologie verfügt, und gerade einmal die Hälfte kostet? Die meisten würden wahrscheinlich lachen und sagen: „Du träumst wohl.“

Tue ich aber nicht ... Als ich letztes Jahr die BBB CyclingZentrale in den Niederlanden besuchte, hat man mir ein kleines Geheimnis verraten. Während ihre Mitbewerber in den letzten Jahren Jahr für Jahr neue Helme auf den Markt brachten, hat BBB leise an einem seiner bisher spannendsten Projekte gearbeitet. Das Ergebnis: „Der Maestro“.

Der Maestro

Entwicklung eines branchenführenden Helm

Aufbauend auf dem Erfolg seiner Helme Icarus und Falcon, die in den letzten fünf Jahren u. a. von den Radprofis der WorldTour- bzw. ProContinental-Teams Vacansoleil, Groupama-FDJ und Wanty-Gobert getragen wurden, entwickelte BBB in akribischer Detailarbeit einen technologisch führenden Helm, der beispiellose Belüftung (für heiße Tage und Kletterpartien) mit Weltklasse-Aerodynamik (für flache Strecken mit hoher Geschwindigkeit) zu einem Bruchteil des Preises seiner Konkurrenten vereint.

Mit Unterstützung von Arnaud Démare, Ramon Sinkeldam und weiteren Profis des WorldTour-Teams Groupama-FDJ (um nur ein paar zu nennen) steht BBB jetzt kurz vor der Einführung dieses beeindruckenden Hightech-Produkts für Hobbyradsportler, und zwar zu einem Preis, der in dieser Helmkategorie bisher undenkbar war.

Der Maestro

Vom Zeichenbrett bis zum finalen Produkt

Was genau steckt also hinter der Entwicklung eines neuen Helms, wie des Maestro, in BBBs Forschungs- und Entwicklungszentrum in Leiden und wie wird ein solches Projekt vom Reißbrett zum finalen Produkt entwickelt?

Am Anfang steht der Kunde. Das hochqualifizierte F&E-Team untersucht die Nachfrage nach einem neuen Produkt. Beim Modell „Maestro“ stand im Vordergrund, einen bestmöglich belüfteten Helm herzustellen, der in einem Gesamtpaket zum Preis von unter 100 Euro zugleich ein hohes Maß an Aerodynamik garantiert.

Von diesem Startpunkt ausgehend, überlegt das Team, wie es einen Mehrwert schaffen kann, um sicherzustellen, dass die von ihm entwickelten Produkte im Wettbewerb herausragen.

Der Maestro

Maestro

Wenn du bei jeder Fahrt eine optimale Belüftung und bestmögliche Sicherheit willst, dann nimm den Maestro!

Nach Erstellung der Konzeptzeichnungen (dies kann viele Monate harter Arbeit erfordern) werden verschiedene 3D-Modelle im Haus gedruckt, sodass die tatsächliche Größe und Form überprüft und bewertet werden können. Viele Helme sehen „pilzartig“ aus, wenn sie auf dem Kopf eines Radfahrers sitzen. Die BBB-Entwickler achten genau darauf, dass ihre Helme NICHT so aussehen, und im Falle des Maestro ist das windschnittige und flache Profil genau das Gegenteil davon.

Nach den 3D-Modellen folgen die ersten echten Prototypen (oft in ausgefallenen Mustern und Farben). Auch in dieser Phase gibt es einen ständigen Austausch sowohl intern als auch mit den Radprofis, um sicherzustellen, dass sowohl Form als auch Passform perfekt sind. Die Optimierung erfolgt schrittweise in monatelangen Praxistests unter verschiedensten Bedingungen.

Der Maestro

Auf die Probe stellen

Der nächste Schritt sind anspruchsvolle Prüfzyklen, in denen der Helm sicherheitstechnisch geprüft wird. Während die Einhaltung der europäischen Normen meistens kein Problem ist, wird es komplizierter mit Blick auf ausländische Normen, wie der amerikanischen CPSC und ihrem australischen Pendant, da die Prüfverfahren sehr unterschiedlich sind. Dies ist übrigens die Erklärung dafür, warum viele Helme nicht für den australischen Markt erhältlich sind.

Nach Abschluss der Prüfungen geht das finale Produkt in die Produktion und wird dann in die verschiedenen Märkte geliefert.

Der Maestro

Das final Produkt

Das oben beschriebene Verfahren „liest sich einfach“, aber in der Praxis kann es Jahre dauern, besonders im Falle des Maestro, wo es drei entscheidende Kriterien gab. Bei einem Aerohelm beispielsweise gibt es eigentlich nur das Kriterium Aerodynamik. Wie oben beschrieben, bestand der Auftrag für den Maestro aber in der idealen Kombination aus Belüftung, Aerodynamik und Kosten. Andere Marken bieten häufig Helme an, die nur jeweils eines der drei Kriterien erfüllen. Die längere Entwicklungsphase des Maestro erklärt sich also durch die komplexeren Ansprüche an ihn.

Zum Zeitpunkt meines Besuchs konnte ich den Maestro nicht selbst auf der Straße testen. Aber ich konnte den Helm am BBB-Hauptsitz anprobieren und kann Brief und Siegel geben, dass er wirklich beeindruckend ist. Mittlerweile fahre ich gerne mit diesem Kunstwerk auf dem Kopf und meistere damit jede Herausforderung. Der Helm wird in zahlreichen Farben erhältlich sein.