Die Commander

17th April 2019
Die Commander

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17th April 2019
Die Commander

Die Commander

17 Apr. 2019

Von der idee auf dem papier auf deine nase

TEXT // BAS TOOMS | FOTOS // CAPTUREDNL

Der erste Eindruck beim Besuch der BBB-Produktentwicklung ist, als betrete man ein Labyrinth von Räumen voller Schreibtische, in einer Welt von Fahrradliebhabern. Da liegen Muster von Radsportbekleidung bis hin zu Helm- und Sportbrillenkomponenten. Kein Zweifel – hier sind Produktdesigner am Werk! Irgendwo zwischen den vielen Entwürfen und 3D-Prints schimmert Sonnenlicht durch die Fensterjalousien und fällt auf das Brillenglas der ambitioniertesten Sportbrille von BBB: der Commander.

Dies sind die Büros von Produktmanager Vincent Jol sowie den Produktdesignern Yannick Lange und Sebastiaan Bowier. Hier finden sich Entwürfe, Zeichnungen und Prototypen der neuesten Modelle des BBBSportbrillenprogramms. Die Marke bringt schon seit vielen Jahren erfolgreiche und erschwingliche Sportbrillen auf den Markt. Und diese Jungs können mir genau sagen, wie eine Idee vom Papier auf deine Nase kommt.

Die Commander

Es ist August 2017, als sich das Designteam versammelt, um über ein neues Brillenmodell zu diskutieren. Es hat noch keinen Namen, aber das Team will es zu seinem neuen Premiummodell machen. Diese Brille wird zwei Vorgängermodelle ersetzen, aber das neue Produkt wird keinesfalls ihr Nachfolger sein. Denn das hier ist ein brandneues Design, das von Grund auf neu entwickelt wurde.

Bevor das Team jedoch mit der Gestaltung beginnt, analysiert es die aktuellen Markttrends. Was ist Radsportlern heutzutage wichtig? Welche Anforderungen stellen sie und wie können diese erfüllt werden? Das Team stellt fest, dass die meisten heute erhältlichen Sportbrillen Einheitsgrößen haben, was sich negativ auf deren Komfort auswirkt. Das muss besser gelöst werden – genau die Herausforderung, die das Team sucht.

Die Commander

Viele Sportbrillen werden nur in einer Größe produziert. Trotzdem sollen sie auf jeden Kopf und jede Nase „passen“. Zugegeben, die Mehrheit der Radfahrer kommt damit zurecht, wenn Hersteller eine „Durchschnittsgröße“ anbieten, genau wie bei Mützen und Kopfhörern. Aber zwischen „damit zurechtkommen“ und „bequem sitzen“ besteht ein Riesenunterschied. Also entwickelt das Team eine Lösung dafür. Die Sportbrille besitzt etwas, was wahrhaftig zu einem echten Premiummodell passt: ein System, mit dem die Länge der Bügel angepasst werden kann. Dieses System ist mit einem verstellbaren Nasensteg kombiniert, den BBB bereits bei mehreren Modellen verwendet.

Mit jedem Klick werden die Bügel um 5 mm verlängert oder verkürzt. Und ganz wichtig: Die Bügel dürfen beim Gebrauch nicht herausfallen, müssen aber dennoch austauschbar sein. Bei der Präsentation dieser Idee geben die Hersteller zu, dass verstellbare Bügel recht ambitioniert sind – von so etwas haben sie noch nie gehört. Also arbeiten sie gemeinsam an der Weiterentwicklung dieses neuen Systems. Selbstverständlich muss bei einem Premiummodell auch das Brillenglas von entsprechend hoher Qualität sein.

Die Commander ist daher mit einem Brillenglas ausgestattet, das nicht nur kratzfest ist, sondern auch eine Anti-Fog-Beschichtung und wasserabweisende Eigenschaften aufweist. Außerdem sind im Lieferumfang der Commander zwei Ersatzgläser enthalten – transparent und gelb. Der Rahmen selbst besteht aus Grilamid, einem Kunststoff, der von seinen Designern als „unzerstörbar“ eingestuft wird. Dieser Werkstoff wird für die meisten BBBBrillen verwendet.

Commander

Command the roads
Die Commander
Die Commander

Neben der Konzeption aller Funktionskomponenten der Sportbrille arbeitet das Team auch an einem neuen Design für das Produkt. Anspruchsvoll wie immer, wollen die Designer das charakteristische BBB Design bewahren, ohne Funktionalität und Komfort einzuschränken. Runde Formen und Metallteile schmücken die Moodboards, auf denen das Design entsteht. Anschließend setzt das Team seine Ideen mit seinen digitalen Stiften in Entwürfe um. Jeder Millimeter des Designs wird dutzende, wenn nicht sogar hunderte Male gezeichnet. Es geht ums kleinste Detail.

Die Sportbrille ist speziell gestaltet. Sie muss nicht nur ein Gefühl der Freiheit bieten, sondern es zugleich ausstrahlen. Es gibt keine einzige gerade Linie: Jedes Teil zeichnet sich durch einen eleganten Schwung aus, egal wie subtil dieser ist. Das Brillenglas ist durchgängig und bietet somit ein freies und uneingeschränktes Blickfeld. Dieses scheint vor dem Rahmen zu „schweben“, sodass es sich anfühlt, als ob du überhaupt keine Brille trägst.

The Commander
The Commander

Die Details auf dem Papier sind schön, aber man weiß nie, ob etwas wirklich funktioniert, bis man die Brille tatsächlich trägt. Als die Entwürfe in ein 3D-Design umgewandelt werden, erwacht die Commander zum Leben.

Neben den Büros der Designer werden in einem kleinen Raum mit einer weißen Tür monatelange Entwicklung, Entwürfe und harte Arbeit zu etwas ganz Neuem vereint. Dort befindet sich ein 3D-Drucker, der in wenigen Stunden die erste echte Commander produzieren wird.

Jeder darf das Testmodell einmal tragen. Kollegen, Markenbotschafter und Experten sind begeistert vom Tragekomfort und der beispiellosen Sichtfreiheit.

Im Designprozess folgt als nächstes eine Vielzahl von werkseitig gefertigten Testmodellen, denen sich unzählige weitere Runden zur Feinabstimmung des Designs anschließen. Das Team gibt sich erst zufrieden, wenn jede Unvollkommenheit weggeschliffen ist und die Commander der Klassifizierung „Premiummodell“ gerecht wird.

Solch ein Prozess erfordert monatelange, wenn nicht sogar jahrelange Designarbeit, insbesondere bei der Entwicklung eines völlig neuartigen Systems. Es ist ungemein befriedigend, wenn das Endprodukt alle Erwartungen erfüllt und Radfahrer das Ergebnis genauso genießen wie man selbst.

Die Commander